Jessy Fricke und ihr Araber-Wallach Sancho auf dem Dressurplatz.Die beiden bilden im Wettkampf ein eingeschworenes Team.Viermal die Woche wird konzentriert für die Teilnahme an Turnieren gearbeitet.
18.04.2018 helsakarriere, helsainside

Mein Steckenpferd

"In meiner Freizeit tausche ich den helsa-Bürostuhl gegen einen Sattel"

Ein halbes Jahr Ausbildung bei helsa hat Jessy Fricke nun schon hinter sich, ein halbes Jahr mit vielen neuen, interessanten, anspruchsvollen und routinemäßigen Arbeitsaufgaben hat sie bewältigt und dabei vier helsa-Abteilungen kennengelernt. Noch dreimal so lange, dann ist Jessy fertige Industriekauffrau und fit für einen Job in Vertrieb, Einkauf, Marketing, Versand oder einer anderen Abteilung eines Industrieunternehmens.

Sie strahlt, als wir so zusammensitzen und über die Möglichkeiten sprechen, die ihr bald schon offen stehen werden. Aber Jessy ist nicht nur beruflich auf Leistungskurs unterwegs, nein, auch ihr Hobby verschafft ihr Auszeichnungen und Siege. Jessy ist Dressurreiterin. Mit ihrem Pferd Sancho zieht sie von Turnier zu Turnier. Ich werde neugierig und so erzählt sie die spannende Geschichte eines faszinierenden Hobbies, das mir bisher noch fremd war, aber das mich, bestimmt genau wie Sie als Leser, sehr beeindruckt.

„Reiten, das ist meine Leidenschaft, gefühlt reite ich seit meiner Geburt. Aber erst vor zwei Jahren habe ich mit dem Dressurreiten begonnen. Als ich vor 7 Jahren das Glück hatte, Sancho, einen wunderbaren Araber Wallach zu bekommen, bin ich noch mit ihm „Western“ geritten. Aber wir beide haben den Umstieg geschafft und nicht bereut. Nun arbeiten wir gemeinsam daran, Dressurturniere zu bestreiten.

Wir trainieren ungefähr viermal in der Woche eine Stunde lang. Natürlich hängt das sehr von Sancho ab, denn er ist, so wie jeder von uns auch, nicht immer gleich gut drauf. Man muss sozusagen pädagogisch vorgehen. Meinem Sancho ist es schnell langweilig, dann muss ich mir was einfallen lassen, um ihn zu motivieren. Ich kenne ihn ja schon gut und weiß zum Beispiel, dass ich mit ihm eine komplette Dressuraufgabe nur einmal ganz am Stück durchreiten kann. Ein paar Tricks muss ich mir schon einfallen lassen. Keinesfalls darf sich Sancho die Aufgabe merken, er würde sie dann selbstständig durchreiten und nicht auf meine Kommandos hören. So lerne ich ihm nur kleine einzelne Passagen, die wir dann erst später zusammenfügen.

Unser Jahr ist gut eingeteilt. Von April bis Oktober ist Turniersaison, mit ca. zwei Turnieren pro Monat. Im Winter machen wir beide Pause. Ab März aber heißt es dann: „Raus, trainieren!“.

Jedes Jahr bringt die Deutsche Reiterliche Vereinigung ein Buch mit Dressuraufgaben heraus und zwar für die 5 Dressurklassen E, A, L, M und S. Ich selbst reite jetzt die Klasse A. Diese Aufgaben üben wir dann für die Turniere.

Eine Aufgabe besteht zum Beispiel aus Schritt, Trab, Galopp. Neben der Ausführung selbst werden der reiterliche Sitz und die Hilfengebung bewertet. Unter Hilfengebung versteht man das Arbeiten mit Schenkeln, Gewicht, Stimme, Spore und Gerte. Auch die Rittigkeit des Pferdes wird bewertet, also wie es läuft, ob es eine gute Spannung hat und eine Einheit mit dem Reiter bildet. Selbstverständlich kommt es auch darauf an, wie sauber eine Aufgabe geritten wird. Ein „Zirkel“ beispielsweise darf kein Ei sein. Und natürlich ist es von Wichtigkeit, wie Pferd und Reiter aussehen. Die Frisur muss perfekt sitzen, wir sind beide wunderbar 'eingeflochten'.“

Jessy schildert mit viel Leidenschaft und Sachkenntnis, ein Fachwort jagt das andere. Sie nimmt mich mit in eine andere Welt, die Faszination ihres Hobbies beginnt mich zu bewegen. 
Jessy unterdessen steht in den Startlöchern, die Saison hat begonnen und endlich gibt’s wieder die von ihr heiß ersehnten Adrenalinkicks vor dem Turnier.

Wir wünschen euch, Jessy und Sancho, „guten Ritt“, viele Platzierungen und Schleifen und halten euch die Daumen!

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