Freuen sich über die bestandene Prüfung: Aartee Patil (CEO helsa Icon India) und Sandeep Prasad, General Manager. Gerd Homski (Geschäftsführer helsa Fashion Shaping, re.) und Valentin Groß (helsa Umwelt- und Energiemanager) gratulierenHerzlichen Glückwunsch an Aartee Patil (CEO helsa Icon India) und ihr Team! <br>Valentin Groß, Auditor, konnte das helsa Compliance and Safety Standard Zertifikat überreichen.Das helsa Compliance and Safety Standard SiegelDas neue, hochmoderne Fabrikgebäude in HyderabadEin Blick in die neue Produktionshallehelsa Icon India Mitarbeiterinnen
07.12.2017 helsainside, helsanews

Mit gutem Gewissen in Indien

Oder: Wie man als Auditor objektiv bleibt

Indien ist ein Land vieler Kontraste. Einerseits aufstrebende Volkswirtschaft, und die stabilste Demokratie der Region. Andererseits bleiben Themen wie die Armut weiter Bevölkerungsgruppen und soziale Spannungen ungelöst. Heilige Kühe am Straßenrand, ein Wimmeln unzähliger Vehikel, die bunte Mischung aus Tradition und Modernität. Alltag in indischen Millionenmetropolen. Mittendrin: Internationale Modelabels, die hier Kleidung nähen lassen. Auch helsa hat in Indien einen Standort. In Hyderabad, der 7-Millionen-Haupstadt des Bundesstaates Telangana, produzieren wir Schulterpolster. Die Industriestadt mit dem Spitznamen „Cyberabad“ ist Zentrum der Biotechnologie und Hightechindustrie und wächst seit Jahren rasant.

Wie helsa mit der sozialen und ethischen Verantwortung als dort produzierendes Unternehmen umgeht, darüber haben wir mit Valentin Groß gesprochen. Der Umwelt- und Energiemanager besucht als Auditor jährlich unsere Werke weltweit und überprüft sie hinsichtlich Arbeitsplatz- und Maschinensicherheit, Umwelt- und Energiemanagement und Compliance. Wer besteht, erhält das Zertifikat über den helsa Compliance and Safety Standard (hCSS).

Valentin, Du warst in Indien und konntest unser Werk dort erfolgreich auditieren. Wie lief es?

Wir haben dort die erfreuliche Situation, dass wir erst im Juni ein neues, hochmodernes Produktionsgebäude eingeweiht haben. Das ist für einen Auditor natürlich eine traumhafte Ausgangslage: Die Sicherheitsvorrichtungen sind auf dem neuesten Stand. Es gab also tatsächlich nur Kleinigkeiten zu bemängeln. Die besondere Herausforderung dort wird sein, diesen hohen Standard zu halten und nicht nachlässig zu werden.


Indien zählt zu den großen Treibhausgas-Produzenten der Welt. Seine Regierung hat das Ziel, bis 2030 33-35% der Treibhausgase einzusparen, indem sie die erneuerbare Energiegewinnung ausbaut.
Was können wir von helsa dazu beitragen?

Zum Thema Energieeinsparung prüfen wir gerade, ob in diesem Werk eine Photovoltaikanlage umsetzbar wäre. Damit kämen wir weg vom dreckigen Kohle-Strom, der etwa 60% des indischen Strom-Mixes ausmacht, hin zu regenerativ erzeugtem Strom. Wir möchten also gern an diesem Wandel mitarbeiten.

 

helsa prüft sich selber. Kann so ein Audit objektiv von statten gehen? Wie schaffst du es, aus deiner Rolle als helsa-Mitarbeiter hinein in die Rolle des neutral Prüfenden zu schlüpfen?

Das ist eine gute Frage. Im Grunde ist es gar nicht so schwer, da wir genau aus diesem Grund eine Checkliste ausgearbeitet haben, welche es mir ermöglicht, jeden Standort objektiv nach genau den gleichen Kriterien zu prüfen. Wir hatten auch schon zwei Fälle, in denen das Audit nicht bestanden wurde. Erst nach einigen Korrekturmaßnahmen und einer Nachprüfung des helsa-Standards konnte und wurde das Zertifikat ausgestellt.

Es ist außerdem auch so, dass unsere Kunden unabhängig von uns eigene Audits in unseren Bertrieben durchführen. Diese entscheiden über die weitere Zusammenarbeit. Man muss also durchaus Strenge walten lassen, da wir von extern ja nochmal geprüft werden.

All das zusammengenommen zeigt, dass man als interner Auditor objektiv ist bzw. sein muss.

 

Valentin, wie kann ein deutsches Unternehmen guten Gewissens in Niedriglohnländern wie Indien produzieren?

Während der langen Anreise erklärte mir Geschäftsführer Herr Homski, warum wir in Indien produzieren. Als Zulieferer der Bekleidungsindustrie muss man dort sein, wo die Kunden sind. Ortsnähe spielt eine entscheidende Rolle in dieser schnelllebigen Branche. Nur so kann man einen guten, persönlichen Service anbieten und auf dem heiß umkämpften Markt überleben.

Wenn man wirtschaftlich solide arbeitet, kann man wiederum begehrte Arbeitsplätze schaffen. Der helsa Compliance and Safety Standard (hCSS) ist unser persönliches Werkzeug, wenn es um die soziale Verantwortung geht. Er unterstützt uns dabei, Mitarbeitern einen in doppelter Hinsicht sicheren Arbeitsplatz zu bieten. Viele unserer knapp 1.000 Kollegen sind seit Jahren angestellt und alle zählen sie zur helsa-Familie.

 

Herzlichen Dank für deine Antworten, Valentin!

 

Für Monika Sandler, Eigentümerin der helsa Group International, steht menschliches Miteinander am Arbeitsplatz an erster Stelle, ob in Deutschland, Ungarn, Kambodscha oder Indien. In unseren helsa-Unternehmensleitsätzen ist verankert: „Menschlichkeit – Andere in ihrer Bedürftigkeit sehen“.

In Indien zeigt sich dieses Miteinander in Begebenheiten, die von Menschlichkeit zeugen, wie zum Beispiel der Frau, die, von der Straße geholt, mittlerweile eine tragende Funktion in der Firma innehat. Oder der von helsa bezahlten Krankenversicherung, die es den Arbeitern ermöglicht, kostenlos den Arzt zu besuchen.

Der helsa Familiengedanke lebt über Ländergrenzen hinweg.

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