Gerd Homski, Geschäftsführer von helsa Fashion ShapingDas helsa Safety and Compliance Siegel
04.08.2017 helsainside, helsanews

"helsa hat sich Fürsorge und Verantwortung für alle Mitarbeiter auf die Fahne geschrieben"

Interview mit Gerd Homski (Geschäftsführer helsa Fashion Shaping) über den helsa Compliance and Safety Standard

Herr Homski, wir beobachten eine zunehmende Anzahl von Verbrauchern, die den Bekleidungsprodukten aus Schwellenländern wie Bangladesch, Vietnam oder auch Indien sehr kritisch gegenüberstehen. Sie vermuten Ausbeutung von Arbeitern und Profitgier der entsprechenden Firmen. Auch helsa produziert in Ländern wie Kambodscha und Indien oder China.
Spüren Sie Gegenwind?

Homski: Erstmal sind wir mit unseren Produkten ja nicht direkt am Verbraucher, aber natürlich spüren wir dieses Bewusstsein. Die meisten Modelabels, also unsere Kunden, achten in der Zwischenzeit sehr auf ethische und soziale Standards und auch auf Sicherheit in den Zulieferbetrieben. Viele unserer Kunden führen Audits vor Ort durch oder verlangen Selbstverpflichtungen zu diesen Themen von ihren Lieferanten.

 

Was bedeutet das für helsa?

Homski: helsa hat sich zum einen als deutsches Traditionsunternehmen von Haus aus die Fürsorge und Verantwortung für alle Mitarbeiter auf die Fahne geschrieben. Wir fertigen überall auf der Welt ausschließlich in Betrieben, die uns selbst gehören oder an denen wir zu mindestens 50% beteiligt sind. Wir gestalten die Arbeitsbedingungen in Verantwortung sozialer, ethischer und ökologischer Aspekte.  

 

Wie stellen Sie das sicher?

Homski: Wir haben zwei Instrumente. Zum einen den helsa code of conduct, der ethische und soziale Standards regelt und dem jedes helsa-Werk verpflichtet ist. Das zweite Instrument ist der helsa Compliance and Safety Standard (hCSS). Hier haben wir detailliert und exakt viele Punkte aus dem Bereich Arbeitssicherheit, Maschinensicherheit, Gebäudesicherheit, Umgang mit Ressourcen und Umwelt und ähnliches definiert. Einmal im Jahr wird jeder helsa-Standort eingehend nach diesem Regelwerk geprüft.

 

Nachhaltigkeitszertifikate und Labels für fair gefertigte Waren kennen wir viele, warum braucht es da noch einen helsa Standard?

Homski: Ich gebe Ihnen Recht, es gibt eine unüberschaubare Fülle an Zertifikaten und Prüfsiegeln am Markt, die wir sehr genau beobachten und kennen und die unterschiedliche Schwerpunkte und Prüfkriterien haben. Unsere Kunden haben zum großen Teil ihre eigenen Compliance Richtlinien. Der hCSS ist exakt auf alle relevanten Punkte in der Schulterpolsterfertigung abgestimmt und führt unserer Meinungnach zu dem effektivsten Ergebnis.

 

Kontrollieren Sie sich dann sozusagen selbst?

Homski: Wir haben innerhalb der helsa Gruppe eine Stelle für Energie- und Umweltmanagement und Auditierung. Diese Fachabteilung ist unabhängig und entsprechend gut ausgebildet. Hier finden kontinuierlich Schulungen statt, so dass man bezüglich Arbeitsschutz, Abfallwirtschaft, Energie- und Umweltmanagement und ähnlichen Punkten auf einem aktuellen und hohen Stand ist. Diese Stelle ist zuständig für die gesamte helsa Gruppe, also auch für die Kollegen der technischen Sparte. Alle unsere Werke werden mindestens einmal im Jahr von dem Auditor besucht und auditiert. Das heißt, Dokumente, Zertifikate und behördliche Genehmigungen werden von ihm gecheckt. Maschinen, Brandschutzeinrichtungen, Fluchtwege und vieles mehr wird vor Ort begutachtet. Auch Mülltrennungssysteme, Ordnung und Umgang mit Energie werden beurteilt. Es gibt unangekündigte Befragungen von Mitarbeitern, zum Beispiel nach Fluchtwegen, oder Verhalten im Brandfall. Wir müssen sicherstellen, dass alle Mitarbeiter gut geschult sind.

Der Vorteil dieser Stabsstelle ist, dass der Auditor auch beratend tätig ist. Stellt er Sicherheitsmängel an Maschinen fest, gibt er Unterstützung beim Abstellen der Abweichung.

Außerdem ist uns eine kontinuierliche Optimierung unseres Standards wichtig. Jährlich kommen deshalb neue Punkte dazu. Derzeit haben wir einen Fokus auf Energieeinsparung. Der Austausch herkömmlicher Beleuchtungsmittel in LED-Lampen amortisiert sich schnell und effektiv. Das weiß nicht jeder Produktionsleiter. Unser Auditor leistet viel Aufklärungsarbeit. Ein Beispiel wäre die erwähnte Umrüstung auf LED-Leuchtmittel: Vielen ist nicht bekannt, dass man hierdurch viel Energie sparen kann und zusätzlich noch die Arbeitsplatzsicherheit verbessert. Durch die geringere Wärmeabstrahlung kann das Wohlbefinden am Arbeitsplatz optimiert werden.

Vielen Dank, Herr Homski! 

 

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