Wörterbuch

Adsorption (= Physisorption)/Desorption

Anlagerung von Atomen bzw. Molekülen an Oberflächen von Adsorbentien mit meist großer Oberfläche. Die Bindung geschieht durch leichte physikalische Kräfte (van der Waals-Kraft) und kann durch äußere Einflüsse gelockert und gelöst werden, zum Beispiel durch erhöhte Temperatur. Die Struktur des Adsorbens bleibt bei der Adsorption erhalten.

Absorption

Eindringen eines Gases oder einer Flüssigkeit in ein Adsorbens mit meist großer Oberfläche. Die Struktur des Adsorbens wird dabei verändert, zum Beispiel „Quellen“ eines Superabsorbers. Die Absorption ist häufig nur sehr langsam rückgängig zu machen.

Chemisorption

Zweistufiger Prozess aus Adsorption eines häufig gasförmigen Stoffes an ein Adsorbens mit meist großer Oberfläche und nachfolgender chemischer Veränderung des adsorbierten Stoffes. Die chemische Reaktion ist in der Regel irreversibel.

Katalyse

Beschreibt chemische Reaktionen, die nur in Anwesenheit von Hilfsstoffen (Katalysatoren) ablaufen können bzw. beschleunigt ablaufen. Dabei werden die Katalysatoren entweder chemisch gar nicht verändert (zum Beispiel Edelmetalle) oder zurückgebildet, so dass sie erneut für weitere Umsetzungen zur Verfügung stehen.

Katalytische Aktivkohle

Stellt eine besondere Spezies von Aktivkohle dar, die auf bestimmte gasförmige Verunreinigungen, zum Beispiel SO2, katalytische Wirkung zeigen. Die katalytische Wirkung entstammt einem bestimmten Behandlungsschritt während der Herstellung der Aktivkohle und stellt keine Imprägnierung dar.

Imprägnierte Aktivkohle

Stellt einen Aktivkohletyp dar, der durch eine spezielle Imprägnierung gegen bestimmte Stoffe wirksamer gemacht werden kann, gegen die eine unimprägnierte Aktivkohle wenig oder gar nicht ausreichend effizient wirkt. Es existieren verschiedenste Arten imprägnierter Aktivkohle, zum Beispiel gegen basische oder saure Gase oder katalytisch imprägnierte Aktivkohle.

Aktivkohle – Pulver, Granulat, Kugeln, Fasern

Aktivkohlen können grundsätzlich aus nahezu allen Grundstoffen hergestellt werden, die Kohlenstoff enthalten. Der Kohlenstoff wird im ersten Schritt durch Pyrolyse/Carbonisierung „freigelegt“. Nachfolgend wird bei der Aktivierung die hohe innere Oberfläche erzeugt, die der Aktivkohle ihre Adsorptionseigenschaften verleiht. Je nach Rohstoff entstehen verschiedenartigste Kohlen, die auch sehr unterschiedliche Adsorptionseigenschaften besitzen. Typische Rohstoffe und ihre typischen Aktivkohleprodukte sind:

Steinkohle, Kokosnussschalen, 
Olivenkerne, Bambus
--> Granulat, Pulver
Torf, Holz, Stroh
--> Pulver
Synthetische Kunststoffe,
Steinkohlenteer
--> Kugeln
Aus pulverförmigen Aktivkohlen lassen sich durch Weiterbearbeitung extrudierte Aktivkohlen/ Formkohlen erzeugen.


Effizienz = Spontaneität = Abscheideleistung

Die Abscheideleistung eines Filters stellt die prozentualen Leistungsdaten unter bestimmten Betriebsbedingungen dar, zum Beispiel Konzentration des Schadstoffes, Temperatur, Luft-/Anströmgeschwindigkeit, Luftdruck, relative Luftfeuchte, Schadstoffmischung & Mischungsverhältnis.

Standzeit/Aufnahmekapazität

Die Standzeit stellt ein Maß bzw. eine Eigenschaft eines Filters dar, einen bestimmten Stoff unter bestimmten Betriebsbedingungen aufnehmen zu können. Die Angabe stellt theoretisch meist eine absolute Gewichtsangabe (zum Beispiel 145 g NH3) oder eine Konzentrationszeitangabe (zum Beispiel 1.500 ppm*h NH3).

AMC = Airborne Molecular Contamination


Luftgetragene chemische/molekulare Verunreinigung der Luft – stellt die Gesamtheit aller luftfremden Stoffe dar.

Chemischer Filter

Umgangssprachlicher Begriff für einen Luftfilter, der insbesondere auf dem Prinzip der Chemisorption beruhend gasförmige Verunreinigungen aus der Luft entfernt.

Adsorptionsfilter

Filter, der luftfremde Stoffe, basierend auf dem Prinzip der Adsorption/Physisorption, eliminiert.

Imprägnierung

1. Beschichten (dauerhaft oder vorübergehend) von insbesondere textilen Oberflächen zur Erzielung bestimmter Adsorptionseigenschaften, mittels Imprägnierung mit Pulveraktivkohle oder Kleberimprägnierung.


2. Verfahren zur Herstellung imprägnierter Adsorbentien, wie zum Beispiel imprägnierter Aktivkohlen. Dabei werden chemische oder katalytische Substanzen auf die Oberfläche aufgebracht.

Betriebsbedingungen

Alle äußeren Bedingungen, unter denen ein Filter „betrieben“ wird, nennt man Betriebsbedingungen. Das können die Zusammensetzung der Gase bzw. der Luft sein, die Art der Verunreinigungen oder auch Temperatur, relative Feuchte, Luftdruck und Luftgeschwindigkeit.