 Vom Schulterpolster zum technischen FilterHelsa will investieren und erwartet 2012 / 2013 echte Marktdurchbrüche - Mode und Filter in Technik und MedizinEin Bericht von Susanne Tomis-Nedvidek "Seit 2009 fahren wir eine komplett neue Wachstumsstrategie", erläutert die Geschäftsführende Gesellschafterin Monika Sandler der Helsa GmbH & Co KG. "Wir wollen uns nicht so sehr von der Modebranche mit ihren Schwankungen abhängig machen, sondern uns auf mehreren Standbeinen für die Zukunft rüsten.""So arbeiten wir seit zwei Jahren kräftig am Ausbau des Filtergeschäftes, sind stolz auf echte Innovationen unserer technischen Produkte. Wir rechnen 2012 / 2013 mit echten Marktdurchbrüchen. Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, wollen wir in nächster Zeit rund ein bis zwei Millionen Euro in den technischen Bereich in Gefrees investieren, auch in weitere Arbeitsplätze für Chemiker und Ingenieure. Momentan sind am Standort Gefrees noch insgesamt 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, 90 im technischen Bereich und zehn im Modesegment. Weltweit hat helsa etwa 1.000 Angestellte. Das aktuelle Geschäftsjahr läuft bis jetzt für uns sehr positiv. In unserer Mittelfristplanung bis 2014 streben wir an die 50 Millionen Euro Gesamtumsatz an."  Hat noch viel vor: Helsa-Geschäftsführerin Monika Sandler   Tradition wird bei Helsa großgeschrieben: Business Director Fashion Shaping Stephan Frerk (links) und Business Director Membranen Jörg Weber (rechts) neben der Nähmaschine, mit der die ersten Helsa-Schulterpolster genäht wurden.  Dabei will die Helsa nicht nur auf Hightech aus Gefrees setzen. Die Fichtelgebirgsstadt soll auch künftig die weltweite Schaltzentrale des Modegeschäfts bleiben. Das, obschon das 1947 gegründete Familienunternehmen mittlerweile die Philosophie verfolgt, mit seinen Produktionsstätten im Land des Modekunden präsent zu sein. "Wir verdienen unser Geld in Ländern wie Asien und investieren es in Gefrees", so die Geschäftsführende Gesellschafterin. Was die Modebranche bei Helsa mit dem technischen Bereich verbindet, ist die Tatsache, dass ihre Produkte unsichtbar jedoch unverzichtbar sind. So war es, als Firmengründer Helmut Sandler das erste Schulterpolster auf "Großmutters Nähmaschine" fertigte. So ist es auch heute im hochtechnischen Filterbereich, der Gerüche gar nicht erst entstehen lässt. So ist die Helsa im medizinischen Bereich sogar Weltmarktführerin. Helsa-Stomafilter sind bei künstlichen Darmausgängen weltweit unverzichtbar. 120 Millionen Filter werden bei helsa schon jetzt allein dafür produziert. Weltmarktführerin ist das Unternehmen ebenso mit seinen Membranen für die Gaszählerindustrie. Elf bis zwölf Millionen Membranen pro Jahr werden von Helsa gefertigt. "Aktuell spüren wir ein starkes Wachstum im Bereich der Küchenfiltration", so Monika Sandler. "Dank unserer energieeffizienten Merkmale sind wir damit wettbewerbsfähig." Ein Schweizer Toilettenhersteller hat die geruchshemmenden Helsa-Filter ebenfalls bereits für seine Anlagen entdeckt. Als Nischenhersteller versteht dich die Helsa und sie beliefert keine Endkunden, sondern nur die Industrie. In Gefrees wird sie schon im nächsten Jahr noch weitere neue Wege beschreiten. So soll im März nächsten Jahres Spatenstich für den Seniorenpark Sandler am Firmengelände in Gefrees sein. Sechs-Millionen-Euro will sich das Monika Sandler kosten lassen und hat mit der Bayreuther Senivita OHG, die die großzügig angelegte Seniorenwohnanalge "der fünften Generation" plant, baut und betreibt einen kompetenten Mitstreiter gefunden. Im unteren Bereich des zu groß gewordenen Verwaltungsgebäudes der Helsa soll ein Ärztehaus angesiedelt werden.  |  |  |